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15 Jahre Arbeitsrechtsberatung für Migrant*innen - im Einsatz gegen Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit
Berlin, 04.09.2025
Seit 15 Jahren gibt es in Berlin spezialisierte Beratungsangebote für migrantisch Beschäftigte. Heute ist das Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit BEMA eine wichtige und zentrale Anlaufstelle für faire Arbeitsbedingungen geworden. Träger des Zentrums ist die Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg gGmbH.
Das BEMA unterstützt Menschen, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, das sind zum Beispiel Lohndumping, illegale Beschäftigung und Arbeitsausbeutung. Allein im vergangenen Jahr führten die BEMA-Beraterinnen und -Berater 5.500 Beratungen durch, bei denen Betroffene wertvolle Hilfe erhielten – von der Durchsetzung ausstehender Löhne über rechtliche Orientierung bis hin zur Begleitung bei Behördengängen. Dabei gelang es, fast 200.000 Euro an nicht gezahlten Löhnen erfolgreich zurückzufordern.
Ausbeutung und prekäre Beschäftigung gibt es vor allem im Baugewerbe, in der Gebäudereinigung, in der Gastronomie und in der Pflege. Zunehmend sind auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Plattformarbeit, etwa bei Lieferdiensten, von unsicheren Arbeitsbedingungen und fehlenden Rechten betroffen.Die Erfahrungen des BEMA machen deutlich: Die konsequente Beratung und Unterstützung von Beschäftigten leistet einen zentralen Beitrag, um Rechte durchzusetzen, faire Arbeitsbedingungen einzufordern und Ausbeutung nachhaltig entgegenzuwirken.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Die Bilanz des BEMA zeigt deutlich, wie wichtig diese Unterstützung für migrantisch Beschäftigte in Berlin ist. Sie werden oft ausgenutzt, ausgebeutet und um ihren Lohn geprellt. Solange es diese Ungerechtigkeit gibt, bleibt das BEMA unverzichtbar. Mein großer Dank gilt den Mitarbeitenden, die dort tagtäglich für faire Arbeit kämpfen. Wir werden weiterhin konsequent gegen Lohndumping und illegale Praktiken vorgehen, Beratungsangebote stärken und den Betroffenen eine Stimme geben. Faire Arbeit darf keine Frage der Herkunft sein. Faire Arbeit gehört zu einem solidarischen und gerechten Berlin.“
Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg: „Migrantische Beschäftigte gehören zu den verletzlichsten Beschäftigtengruppen. Oft kennen sie ihre Rechte nicht, stehen vor Sprachbarrieren und arbeiten unter äußerst prekären Bedingungen. Kein Betriebsrat, kein Tarifvertrag – das ist für viele von ihnen die Arbeitswirklichkeit. Beratungs- und Unterstützungsangebote des BEMA sind deshalb von großer Bedeutung. Vor 15 Jahren hervorgegangen aus einem engagierten DGB-Projekt, freue ich mich, dass heute die Senatsverwaltung für Arbeit so eng mit dem Projekt BEMA verbunden ist. Wir gratulieren zu 15 Jahren Erfolgsgeschichte, die verstetigt und deren Finanzierung dauerhaft gesichert werden muss.“
Henning Kruse, Geschäftsführer von Arbeit und Leben Berlin-Brandenburg gGmbH: „Die Erfahrungen aus 15 Jahren arbeitsrechtlicher Beratung spiegeln sich heute in einem hochspezialisierten Beratungsangebot für zugewanderte Menschen rund um Themen wie Lohnzahlungen, Kündigungen bis hin zur Arbeitsausbeutung wider. Die Berater*innen tragen zentral zur Sicherung der Arbeitsrechte von Migrant*innen in Berlin bei und tragen wichtige Erkenntnisse zurück in Politik, Verwaltung und Fachöffentlichkeit. Für das BEMA gilt: Gute Arbeit muss für alle umgesetzt werden und trägt am Ende zu einer gelingenden Arbeitsmarktintegration bei.”